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WDR Europaforum

Forum 2025

27. Internationales WDR Europaforum 2025

Ein Modell in Bedrängnis – Europa und die Systemrivalität

Es ist ein politisches Erdbeben – wenige Wochen nach dem Amtsantritt der neuerlichen Regierung des US-Präsidenten Donald Trump erodiert die transatlantische Partnerschaft. Und die EU, selbst ernannter Champion in Sachen Frieden, Wohlstand und Kooperation, taumelt. Wie kann das europäische Projekt ohne die westliche Führungsmacht überleben? Nach Antworten sucht das 27. WDR Europaforum im Frühsommer 2025.

Berlin, Deutschland. 27. Mai 2024. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission beim WDR Europaforum: Brüssel Lieblingsfeindbild der Nationalist:innen Die EU und die illiberale Herausforderung. Moderiert wird von Markus Preiß, Leiter des ARD-Europastudio in Brüssel. Berlin *** Berlin, Germany 27 May 2024 Ursula von der Leyen, President of the European Commission at the WDR Europaforum Brussels Favorite enemy of the nationalists The EU and the illiberal challenge Moderated by Markus Preiß, Head of the ARD Europe Studio in Brussels Berlin
26. Internationales WDR Europaforum 2024

Es ist aus europäischer Sicht der größte anzunehmende Schadensfall: In den USA, ursprünglich selbsterklärter Schutzpatron der transatlantischen Wertegemeinschaft, macht ein verurteilter Rechtsbrecher und bekennender Systemsprenger ernst. Ohne Rücksicht auf Verluste dreht Trump die älteste Demokratie des Westens auf rechts. Zugleich entledigen er und seine Paladine sich in atemberaubender Geschwindigkeit der traditionellen Gemeinsamkeiten mit den Europäer:innen, nicht nur in puncto Verteidigung und Handel. Europa zeigt sich im wörtlichen Sinne fassungslos. Es ringt um Mittel und Wege, die eigene Sicherheit und Prosperität aus eigener Kraft zu gewährleisten.

„Wir brauchen ein handlungsfähiges Europa, gerade in diesen Zeiten, die nicht ruhiger, sondern rauer werden.“
WDR Europaforum von der Leyen
Ursula von der Leyen
Präsidentin der Europäischen Kommission

In Deutschland, dem wirtschaftlich stärksten und politisch bislang stabilsten EU-Land, müssen die Nachfolger:innen der zerbrochenen Ampel-Koalition mit einer noch nicht dagewesenen Kluft zwischen populären Erwartungen und realen Möglichkeiten fertigwerden.

Von einem Durchmarsch der Nationalist:innen – die Europawahlen und die Bundestagswahl haben es gezeigt – auf dem Kontinent kann zwar nicht die Rede sein, von bedrohlichen Geländegewinnen hingegen schon. Wachsende Teile der Wählerschaft in Europa, in Deutschland finden in diesen Zeiten zunehmender Kriege und Krisen immer mehr Geschmack an den einfachen Rezepten von Demagog:innen und Extremist:innen. Sie mischen allenthalben mit, in der EU selbst wie in ihrem internationalem Umfeld. Die Bereitschaft, Interessen mittels Macht, Gewalt und in letzter Konsequenz auch Krieg durchzusetzen, wächst.

Das alles schwächt den Zusammenhalt der Union ebenso wie ihr politisches Gewicht in der globalen Systemkonkurrenz.

Jahrzehntelang war Europa für viele Regionen in der Welt ein Vorbild, gleichbedeutend mit Stabilität und wirtschaftlichem Erfolg. Da wollte man hin. Doch das Bild ist gekippt – auf einmal stehen die Vertreter der imposanten Idee mit dem Rücken zur Wand. Und das nicht nur aus Sicht der Großmächte China und Russland, die von der EU offiziell zu „Systemrivalen“ ernannt wurden. Auch im eigenen Verbund wird die Idee eines immer engeren Zusammenschlusses („ever closer union“) infrage gestellt.

Je mehr die EU zu tun hat, Bruchlinien im Inneren zu kitten, desto größere Schwierigkeiten hat sie, ihr wirtschaftliches Pfund in politische Durchschlagskraft umzusetzen. Die Verheißung – „wir Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sind zu unserem Glück vereint“ – verfängt nicht mehr. Autoritäre Modelle haben hingegen einen Lauf, etwa im Verbund der BRICS-Staaten oder im informellen Lager des „globalen Südens“.

26. Internationales WDR Europaforum 2024

In dieser Situation ist die EU gefordert, für ihr Verständnis von liberaler Demokratie, sozial- und rechtsstaatlichen Standards und kooperativer Friedfertigkeit zu kämpfen:

Wie kann das „europäische Modell“ in der internationalen Systemkonkurrenz bestehen?

Wie ist ehrliche Politik-Vermittlung angesichts all der Krisen möglich?

Wie lässt sich die europäische Immunabwehr gegen autoritäre Populist:innen, gegen Fake-News-Propaganda und asymmetrische Kriegsführung ertüchtigen?

Und was ist unter den gegebenen Umständen eigentlich noch übrig vom Projekt der europäischen Integration? Wie lässt es sich aktualisieren?

Nach Antworten sucht das kommende WDR Europaforum am 26., 27. und 28. Mai 2025 unter dem Titel

Ein Modell in Bedrängnis – Europa und die Systemrivalität

Unter den Teilnehmer:innen erwarten wir wieder zahlreiche Spitzenvertreter:innen aus der deutschen und europäischen Politik sowie ausgewiesene Fachleute aus Wissenschaft, Kultur und den Medien.

„Die AfD oder rechte Parteien in Europa reden nicht mit den jungen Menschen und wollen keine Lösung der Probleme.“
Robert Habeck
Wirtschaftsminister

Erneut wird das WDR Europaforum unter anderem im Rahmen des Gesellschaftskongresses re:publica in der STATION am Gleisdreieck in Berlin stattfinden. Weitere Programmteile kommen voraussichtlich aus Brüssel und Straßburg.     

Das WDR Europaforum wurde live im WDR-Fernsehen übertragen und online im Livestream gezeigt. Die Sendung ist in der Mediathek verfügbar.